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Wednesday, 30 June 2010

was vor dem bett herumliegt

immer größere Hitze, sofort raus aus den Klamotten und im Slip durch die Wohnung. Viel Wasser. Es ist einfach herrlich!
Gestern Sitzung bis Mitternacht in der Weißenburg. Endlich sind die alle Lieder für das Programm bestimmt und in eine Reihenfolge gebracht. Dass man dazu so viele Stunden braucht, ist schon erstaunlich. Immerhin kamen uns dabei auch Ideen für die Übergänge und erforderliche Requisiten. Angebot ein weiteres Konzert im Mai zu machen - während der Chortage hier in Stuttgart. Hörte sich gut an und wir werden bei den beiden November-Konzerten sicherlich ausverkauft sein. Auch lange über Texte diskutiert - keine einheitliche Meinung wie derb es denn sein darf. Aber ich glaube dass die Zeiten des Provozierens schon lange vorüber sind. Das Doppeldeutige ist sowieso viel interessanter.


afterwork pleasure

Sunday, 27 June 2010

der akrobat


In der abendlichen Sonne
sitzen wir gebeugten Rückens
auf den Bänken in dem Grünen.
Unsere Arme hängen nieder,
unsere Augen blinzeln traurig.
Und die Menschen gehn in Kleidern
schwankend auf dem Kies spazieren
unter diesem großen Himmel,
der von Hügeln in der Ferne
sich zu fernen Hügeln breitet.

Franz Kafka (1883-1924)

Friday, 18 June 2010

pose 79

Dies ist das letzte Gedicht

das ich
dir schreiben werde. Nichts ist, wie
du es erwartest: eine Reihe
aus Bildern ohne Bilder, in denen
die Wände nur weiß sind und nichts
zeigen außer sich selbst. In den Bildern:
eine Schachtel aus Luft in einer Schachtel
aus Raum in den Bildern. Nichts ist
in der Schachtel in der Schachtel
die nicht aus Fleisch ist wie du
oder ich. Weiße Wände. Außer
der Schachtel, die nur im Gedicht
ist, erwartest du mich ohne Bilder
und Fleisch ohne Schachteln und Luft.

S. Trojan (*1980)

Monday, 3 May 2010

vorsichtige annäherung

DER PLAN VOM LEBEN

Er steht am Fenster,
schaut über die Lichter der Stadt.
Haucht unterkühlt ans Glas und
faßt sich in den Nacken.
Endlos perlt der Champagner.
Was er nicht ausspricht:
wenn er es doch
nur anders sagen könnte.
Das Telefon klingelt.
Er antwortet und fährt mit dem Finger
die Naht seines Hemdkragens entlang.
Die Welt ist so ursprünglich!
Was er besitzt, ist
ein großer Plan,
mehr nicht.

Jürg Halter (*1980)

black and flesh